Grauer Wulstling, Amanita excelsa

DER GRAUE WULSTLING IST ESSBAR | MAXIMAL VEREINZELT ALS MISCHPILZ BRAUCHBAR | HOHE VERWECHSLUNGSGEFAHR

Bezeichnung

Grauer Wulstling, Gedrungener Wulstling, Grauer Fliegenschwamm, Grauer Perlpilz, Silberchampignon, Eingesenkter Wulstling, Amanita excelsa

Synonyme

Amanita ampla, Amanita cariosa, Amanita spissa, Amanita valida, Amanita raphaniodora, Amplariella valida, Venenarius excelsus, Agaricus cinereus, Agaricus excelsus, Agaricus spissus, Agaricus cariosus, Agaricus validus

Diese Art finden

Der Graue Wulstling ist ein Symbiosepilz und erscheint vor allem in sauren Nadel- und Nadelmischwäldern. Der bevorzugte Symbiosepartner dürfte die Fichte sein. Bei uns, in den nadelwalddominierten Landkreisen Mühldorf und Altötting in Oberbayern, ist der Graue Wulstling ein echter Massenpilz.

Gemeinsam mit dem Perlpilz gehört der Graue Wulstling außerdem mit zu den häufigsten Arten aus der Gattung der Knollenblätterpilze. Zusätzlich sind beide Arten auch als echte Frühstarter bekannt und können bereits ab Mai gefunden werden. Nach dem ersten Erscheinen der Art ist dann über einen vergleichsweise langen Zeitraum, oft bis weit in den November hinein, mit dem Grauen Wulstling zu rechnen.

Hauptsaison hat der Graue Wulstling aber in der Regel von Juli bis Oktober.



Beschreibung

Der Graue Wulstling kann einen Hutdurchmesser von bis zu sechzehn Zentimetern erreichen. In der Regel bleibt es aber bei Hutdurchmessern zwischen zehn und zwölf Zentimetern. Die Hutoberseite ist farblich sehr variabel. Von eher gräulichen über eher bräunliche bis sehr dunkle Farben ist hier eigentlich alles möglich. Die Hutoberseite ist mit weißlichen bis weißgräulichen Flocken besetzt.

Auf der Hutunterseite befinden sich beim Grauen Wulstling weißlich gefärbte und meist frei stehende Lamellen. Seltener können die Lamellen auch schwach angeheftet, oder sogar etwas am Stiel herablaufend ausfallen. Das Sporenpulver ist weiß gefärbt.

Der Stiel des Grauen Wulstlings erreicht ebenfalls eine Länge von zehn bis zwölf und dabei einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Der Stiel ist grauweißlich gefärbt und besitzt an der Stielbasis eine rübenartige Stielknolle. Der Übergang von Stiel zur Knolle ist dabei relativ glatt und nicht (wie beim potentiell tödlich giftigen Pantherpilz) durch ein ringförmiges Gebilde sauber getrennt.

Im oberen Stieldrittel befindet sich beim Grauen Wulstling außerdem ein weißlich gefärbter Stielring. Der Stielring fällt in der Regel hängend und stark gerieft aus. Selten kann der Stielring (teilweise oder auch mal ganz) fehlen.

Das Fleisch des Grauen Wulstlings ist weißlich gefärbt und verfärbt sich bei Verletzung nicht (vor allem nicht rötlich). Das Fleisch besitzt einen etwas muffigen, rettichartigen Geruch. Die Geschmacksprobe fällt ebenso muffig-rettichartig aus.

Speisewert

Der Graue Wulstling befindet sich unserer Meinung nach an der Grenze zwischen essbar und nicht empfehlenswert. Sind frische Wildpilze Mangelware, dann kann der Graue Wulstling helfen ein Mischgericht zu füllen. Für Einzelgerichte würden wir den Grauen Wulstling grundsätzlich nicht empfehlen.

Der Graue Wulstling ist vergleichsweise leicht mit einigen giftigen bis stark giftigen Arten zu verwechseln. So kann der Graue Wulstling nicht nur dem giftigen Porphyrbraunen Wulstling, sondern auch dem potentiell tödlich giftigen Pantherpilz zum Verwechseln ähnlich sehen. Wer den Grauen Wulstling für Speisezwecke sammelt, der muss sich seiner Sache wirklich ohne jegliche Restzweifel sicher sein, bevor der Fund auf dem Teller landen kann.

Pantherpilz, Porphyrbrauner Wulstling, Grauer Wulstling, Perlpilz

Der Graue Wulstling kann mit den verschiedensten Arten aus der Gattung der Knollenblätterpilze verwechselt werden. Besonders ähnlich ist dabei auch der potentiell tödlich giftige Pantherpilz. Anbei deshalb die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Pantherpilz bis Perlpilz auf einen Blick:

Grauer Wulistling, Amanita excelsa

  • Geruch: rettichartig
  • Stielring: stark gerieft
  • Knolle: Sanfter Übergang von Stiel zur Knolle, rübenartige Stielknolle
  • Fleisch: weiß, keine Farbveränderung bei Verletzung

Perlpilz, Amanita rubescens

  • Geruch: pilzig / unauffällig
  • Stielring: stark gerieft
  • Knolle: Sanfter Übergang von Stiel zur Knolle, rübenartige Stielknolle mit Warzengürtel
  • Fleisch: weiß, bei Verletzung rötend

Porphyrbrauner Wulstling, Amanita porphyria

  • Geruch: rohe Kartoffel / Kartoffelkeller
  • Stielring: glatt bis maximal angedeutet gerieft
  • Knolle: harter Übergang von stiel zur Knolle, gerandete, zwiebelförmige Stielknolle
  • Fleisch: weiß, keine Farbveränderung bei Verletzung, im Schnittbild manchmal unter der Huthaut schwach violett verfärbt

Pantherpilz, Amanita pantherina

  • Geruch: maximal schwach rettichartig bis pilzig
  • Stielring: glatt
  • Knolle: Stiel & Knolle werden von einem ringförmigen Gebilde hart unterteilt, zwiebelförmige Stielknolle
  • Fleisch: weiß bis weißgelblich (im Alter), keine Farbveränderung bei Verletzung