Schwärzender Leistling, Schwärzende Kraterelle, Craterellus melanoxeros

DER SCHWÄRZENDE LEISTLING IST ESSBAR | SEHR SELTENER LEISTLING | RL3 - GEFÄHRDET

Bezeichnung

Schwärzender Leistling, Schwärzende Kraterelle, Gelbvioletter Pfifferling, Schwärzender Pfifferling, Craterellus melanoxeros

Synonyme

Cantharellus melanoxeros

Diese Art finden

Der Schwärzende Leistling ist ein sehr seltener Symbiosepilz, der nur in Laub- und Laubmischwäldern gefunden werden kann. Die Art bevorzugt lehmige Bodenverhältnisse und geht eine Symbiosepartnerschaft mit Buchen und Eichen ein. Finden kann man den Schwärzenden Leistling vom Sommer bis in den Herbst hinein. Auf Grund der Seltenheit befindet sich der Schwärzende Leistling auf der Roten Liste bedrohter Arten und hat dort den Status “RL3 - gefährdet” erhalten. 

Bei unserem Erstfund des Schwärzenden Leistlings im August 2021 wuchsen einige Fruchtkörper der Art zwischen einem riesigen Vorkommen der Krausen Kraterelle, des Grauen Pfifferlings und der Herbsttrompete. Alle geannnten Leistlingsarten wuchsen hier in einem Buchenmischwald am Hang wild durcheinander. Obwohl wir das gleiche Habitat in den Folgejahren von Juli bis Oktober regelmäßig kontrolliert haben, haben sich dort weder der Schwärzende Leistling, noch der Graue Pfifferling erneut gezeigt. 

Der Schwärzende Leistling und der Graue Pfifferling scheinen also in den angestammten Habitaten bei uns in der Region nur in absoluten Ausnahmejahren mit exakt passender Witterung und das dann wahrscheinlich auch nur für einen relativ kurzen Zeitraum von wenigen Tagen oder Wochen zu erscheinen, was Funde der beiden Arten leider umso schwieriger macht.



Beschreibung

Der Schwärzende Leistling erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu zwölf Zentimetern. Die Hutoberseite kann gelblich, hellbraungelblich, hellgelbbraungräulich oder auch etwas violettstichig ausfallen. Mit zunehmendem Alter fällt die Hutoberseite gerne etwas blasser und weniger gelblich bzw. mehr gräulich gefärbt aus. Der Hutrand fällt verbogen, die Hutmitte trichterartig vertieft aus. Im Alter kann der Hutrand durch das typische, starke schwärzen der Art auch schwärzlich gefärbt ausfallen.

Auf der Hutunterseite befinden sich beim Schwärzenden Leistling vergleichsweise dezente, aber doch viel deutlicher sichtbare Leisten als bei Herbsttrompete und Krauser Kraterelle. Die Leisten sind gräulich bis graugelblich gefärbt, dick und laufen weit am Stiel herab. Die Leisten gabeln sich dabei gerne mehrfach und sind auch queraderig miteinander verbunden. Das Sporenpulver ist cremeweißlich gefärbt.

Der Stiel des Schwärzenden Leistlings fällt jung leuchtend gelblich, im Alter etwas blasser, aber immer noch deutlich gelblich gefärbt aus. Die Unterteilung von Hut und Stiel ist dabei sehr deutlich am Ansatz der Leisten zu erkennen. Zur Stielbasis fällt der Stiel gerne etwas verjüngt aus. 

Der Schwärzende Leistling besitzt hellgelbliches bis weißgelbliches Fleisch. Bei Verletzung beginnt das Fleisch intensiv zu schwärzen. Das Fleisch besitzt dabei einen extrem starkes Pfifferlings-Aroma und eine tolle, festfleischige Konsistenz. Der Geruch fällt einladend fruchtig-pilzig aus.

Speisewert und Verwendbarkeit

Der Schwärzende Leistling wäre ein toller Speisepilz, der auf Grund der Seltenheit aber unbedingt geschont werden sollte. Die Art soll ein besonderes intensives Pfifferlings-Aroma besitzen. Alle Funde der Art sollten ohne Ausnahme im Habitat verbleiben.

Kernmerkmale

Der Schwärzende Leistling besitzt die folgenden Kernmerkmale

  • Erscheinen im Laub- und Laubmischwald bei Buche und Eiche
  • Gerne büscheliges Wachstum
  • Dezente, aber deutlich erkennbare Leisten auf der Hutunterseite
  • Immer irgendwie leicht gelblich wirende Farben, vor allem im Stielbereich
  • festes, elastisches und vor allem bei Verletzung und im Alter stark schwärzendes Fleisch

Gerade bei Leistlingsmassenfunden schwierig zu erkennen

Der Schwärzende Leistling ist besonders schwer als solch eine Rarität zu erkennen, wenn die Art, wie bei unserem Erstfund, zwischen vielen anderen, ähnlichen Kraterellen erscheint. Wenn man nicht mit so einer Rarität rechnet und alles mit Herbsttrompeten und Krausen Kraterellen voll steht, dann kommt man oft einfach nicht auf die Idee, auf die beschriebenen Kernmerkmale, vor allem das starke Schwärzen, zu prüfen. So kann einem dann ein wirklich toller, seltener Erstfund fast durch die Lappen gehen. Auch bei unserem Erstfund sind wir leider erst im Nachgang darauf aufmerksam geworden, dass der Fund keine der gewöhnlicheren Kraterellen war, sondern tatsächlich der Schwärzende Leistling.