Echter Pfifferling, Cantharellus cibarius

ECHTE PFIFFERLINGE SIND ESSBAR | AUSGEZEICHNETE SPEISEPILZE


Bezeichnung

Echter Pfifferling, Gemeiner Pfifferling, Eierschwamm, Rehfüßchen, Eierschwammerl, Eierleistling, Dotterpilz, Gallitschel, Gänsel, Schweinsfüsserl, Rehgeiserl, Reherl, Pfefferling, Gänsel, Schweinsfüsserl, Geelchen, Gehling, Cantharellus cibarius

Synonyme

Agaricus cantharellus, Merulius cantharellus, Merulius cibarius, Cantharellus vulgaris, Cantharellus rufipes, Cantharellus edulis, Alectorolophoides cibarius, Chanterel cantharellus

Diese Art finden

Der Echte Pfifferling ist ein Symbiosepilz, der mit vielen Nadel- und Laubbäumen eine Symbiose eingehen kann. In Deutschland und den umliegenden Ländern dürfte der beliebteste Baumpartner die Fichte sein. Auch bei Rotbuchen fühlt sich der Echte Pfifferling aber sehr wohl. Weitere Symbiosepartner sind Eichen, Kiefern und Tannen.

Der Echte Pfifferling bevorzugt mäßig trockene und nährstoffarme Böden. Der Echte Pfifferling wächst sehr oft in größeren Gruppen und ist nur selten einzeln zu finden. Es handelt sich um einen der häufigsten und beliebtesten Speisepilze und das nicht nur bei uns in Mitteleuropa.

Der Echte Pfifferling erscheint bei uns in Oberbayern meist im Zeitraum Juni bis November. Bei uns eher die Ausnahme als die Regel, aber doch möglich sind auch schon Funde im Mai und sogar noch bis in den Dezember hinein. Im Pilzjahr 2021 gab es bei uns in Oberbayern den letzten Pfifferling zum Beispiel sehr spät und zwar am 17. Dezember. Im Pilzjahr 2022 gab es dafür dann bereits am 30. Mai den ersten Echten Pfifferling zu finden.

Beschreibung

Der Echte Pfifferling erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu acht Zentimetern. Die Hutoberseite ist in der Regel leuchtend gelblich bis eidottergelblich gefärbt, kann seltener aber auch mal etwas blasser ausfallen. Für alle Pfifferlingsarten typisch ist außerdem die trichterartige Hutform.

Mit das wichtigste Merkmal befinden sich bei allen Pfifferlingsarten auf der Hutunterseite. Besitzen die meisten Pilze Röhren oder Lamellen, so sind es bei den verschiedenen Pfifferlingen bzw. Leistlingen so genannte Leisten. Leisten sind im Gegensatz zu Lamellen direkt mit dem Hutfleisch verwachsen und wirken wie kleine, teilweise verästelte Verdickungen direkt am Hutfleisch. Auch die Leisten sind beim Echten Pfifferling leuchtend gelblich gefärbt. Das Sporenpulver ist weißgelblich gefärbt.

Da die Leisten vom Hutfleisch weit am Stiel herablaufen wirkt der Stiel des Echten Pfifferlings oft vergleichsweise kurz. Auch der Stiel besitzt eine wunderschöne gelbliche Farbe, wobei die Farbe an der Stielspitze meist intensiver (leuchtend gelblich) und an der Stielbasis oft etwas heller (weißgelblich) ausfällt. Der Stiel ist fest und nicht hohl.

Auch die Farbe des Fleisches ist beim Echten Pfifferling ein wichtiges Merkmal. Der Echte Pfifferling ist außen wie beschrieben leuchtend gelblich, im Fleisch aber weißlich gefärbt. Das Fleisch besitzt einen aromatischen, pilzig-süßlichen (obstartigen) Geruch und einen aromatischen Geschmack. Der leicht pfeffrig-scharfe Geschmack hat dem Echten Pfifferling auch den Namen "Pfefferling" eingebracht.

Typische Verwechslung

Der typische Verwechslungspartner ist der Falscher Pfifferling, Hygrophoropsis aurantiaca. Für Anfänger eignen sich vor allem Unterschiede beim Fleisch und den Lamellen / Leisten als Unterscheidungsmerkmal.

Der Echte Pfifferling besitzt keine Lamellen, sondern Leisten die weit am Stiel herablaufen und weißes bis hellgelbes Fleisch. Der Falscher Pfifferling, Hygrophoropsis aurantiaca besitzt Lamellen und orange bis orangeweißlich gefärbtes Fleisch.

Falsche Pfifferlinge besitzen in der Regel auch sehr weiches Fleisch. Drückt man den Hut eines Falschen Pfifferlings zusammen, so lässt das Hutfleisch sehr leicht zusammendrücken. Versucht man das Gleiche bei einem Echten Pfifferling, dann ist der Wiederstand nicht nur deutlich größer, sondern das Hutfleisch wird sich nicht zusammendrücken lassen und brechen.

Echte Pfifferlinge einfach und schnell säubern

Echte Pfifferlinge - besonders jüngere Exemplare oder Fruchtkörper, die von sandigem Boden geerntet wurden - sind in der Verarbeitung aufwändig. Eine einfache Möglichkeit die Pfifferlinge zu reinigen ist es eine Schüssel mit kaltem Wasser zu füllen und ein bis drei Esslöffel Mehl in das Wasser einzurühren. Danach die Pfifferlinge kurz in das Mehlwasser legen und etwas mit den Händen umherbewegen. Das Mehl bindet dann den ansonsten schwer zu entfernenden Schmutz wie zum Beispiel kleine Sandkörner zwischen den Leisten. Danach die Pfifferlinge aus dem Mehlwasser nehmen und nochmal mit sauberem, kalten Wasser vom restlichen Schmutz und Resten des Mehlwassers befreien.

Vitalpilze

Der Echte Pfifferlinge und auch die anderen Pfifferlingsarten (wie z. B. der Blasse Pfifferling, Cantharellus pallens) besitzen nicht nur einen hohen Vitamin- und Mineraliengehalt. Die Pfifferlinge enthalten außerdem Stoffe, die krebshemmend, antibiotisch, antiviral und antioxidativ wirken sollen. Die Pfifferlinge gehören damit nicht nur zu den beliebtesten Speisepilzen, sondern auch zu den so genannten Vital- oder auch Heilpilzen.