Grüner Knollenblätterpilz, Amanita phalloides

GRÜNE KNOLLENBLÄTTERPILZE SIND TÖDLICH GIFTIG | TÖDLICHE DOSIS BEREITS AB 20 GRAMM MÖGLICH


Bezeichnung

Grüner Knollenblätterpilz, Grüngelber Knollenblätterpilz, Grüner Wulstling, Giftchampignon, Giftgrünling, Grüner Giftwulstling, Grüner Schierlingsblätterpilz, Grüner Schierlingschwamm, Grüner Mörder, Amanita phalloides

Synonyme

Venenarius phalloides, Agaricus vernalis, Agaricus bulbosus, Agaricus virosus

Gattung

Amanita, Knollenblätterpilze

Verwechslung

Diese Art finden

Grüne Knollenblätterpilze findet man vor allem im Laub- oder Mischwald, gerne bei Buchen oder Eichen. Seltener soll die Art aber auch bei Nadelholz vorkommen. Wir haben den Grünen Knollenblätterpilz aber bisher ausschließlich bei Buchen oder Eichen finden können.

Wenn passende Begleitbäume vorhanden sind, dann lässt dich der Grüne Knollenblätterpilz auch in Parks oder Gärten finden. Der Grüne Knollenblätterpilz ist bei passenden Standorten eine relativ häufige Art und erscheint vom Frühsommer bis in den späten Herbst hinein.

Beschreibung

Der Grüne Knollenblätterpilz erreicht einen Hutdurchmesser von fünfzehn Zentimetern. Die Hutfarbe ist relativ variabel und reicht von weißgrünlich über grünlich bis grüngräulich bis hin zu gelbgrünlich. Die Hutform ist zunächst halbkugelig. Bei ganz jungen Exemplaren befinden sich die Fruchtkörper in einer weißen Gesamthülle. Ältere Exemplare schirmen auf. Der Hutrand ist nicht gerieft und die Huthaut lässt sich dreiecksförmig (an Tortenstücke erinnernd) abziehen.

Die Lamellen des Grünen Knollenblätterpilzes sind weißlich gefärbt und stehen relativ eng. In der Regel stehen die Lamellen frei. Seltener sind die Lamellen aber auch mal ganz fein angewachsen.

Der Stiel des Grünen Knollenblätterpilzes wird bis zu fünfzehn Zentimeter lang und erreicht einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Der Stiel ist weißlich gefärbt und oft gelbgrünlich genattert. An der Stielbasis befindet sich eine zwiebelförmige Stielknolle. Direkt an der Stielknolle befindet sich die schlaffanliegende Scheide.

Am Stiel des Grünen Knollenblätterpilzes befindet sich außerdem ein weißgelblicher bis weißgelbgrünlicher Stielring, der sehr empfindlich und dementsprechend sehr vergänglich ist. Der Stielring ist alleine schon auf Grund der Empfindlichkeit nicht verschiebbar. Der Ring ist häutig und hängt regelrecht am Stiel herab. Am Ansatz des Stielrings kann dieser leicht gerieft ausfallen.

Das Fleisch des Grünen Knollenblätterpilzes ist weißlich gefärbt. Direkt unter der Huthaut befindet sich eine gelbgrünlich gefärbte Farbschicht. Der Grüne Knollenblätterpilz besaß bei unseren Funden immer einen etwas süßlich-pilzigen Geruch, der ganz entfernt etwas an Honig erinnert hat. Den in der Literatur häufig beschriebenen widerlichen aasartigen oder ammoniakartigen Geruch konnten wir nicht feststellen.

Der Grüne Knollenblätterpilz besitzt trotz der extremen Giftigkeit leider einen angenehm milden bis etwas süßlichen Geschmack. Gerade dieser angenehme Geschmack hält bei einer Verwechslung mit Speisepilzen nicht im Ansatz vom Verzehr ab, weshalb die Art bei einer Verwechslung im Pilzgericht nicht negativ auffallen würde und es so zu extrem starken Vergiftungen kommen.

Wichtig: Geschmacksproben bei stark giftigen Knollenblätterpilzen (wie man diese z. B. von Täublingen oder Milchlingen kennt) sollten unter keinen Umständen durchgeführt werden. Bereits extrem geringe Mengen können zu Leberschäden führen!

Giftigkeit

Der Grüne Knollenblätterpilz enthält Giftstoffe, die das so genannte Phalloides-Syndrom auslösen. Dabei kommt es nach einer Latenzzeit von 4-24 Stunden zu Bauchkrämpfen, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen und Kreislaufversagen. Nach einiger Zeit kommen Leibschmerzen, Hepatitis, Herzversagen, Leberversagen, Nierenversagen und blutige Durchfälle hinzu. Eine Vergiftung mit dem Grünen Knollenblätterpilz führt auch bei bester ärztlicher Versorgung in bis zu 10% der Fälle zum Tod. In vielen Fällen können Patienten mit dem Phalloides-Syndrom nur noch durch Nieren- oder / und Lebertransplantation gerettet werden.

Es handelt sich beim Grünen Knollenblätterpilz zwar sicherlich um einen der gefährlichsten und bekanntesten Giftpilze im deutschsprachigen Raum. Dennoch kommt es eigentlich fast jedes Jahr zu tödlichen, oder zumindest lebensbedrohlichen Vergiftungen durch diese Art.

Geschmacksprobe

Viele kennen die "Geschmacksprobe" von der Täublingsbestimmung. Beim Grünen Knollenblätterpilz wird wirklich deutlich, warum die Geschmacksprobe zur Täublingsbestimmung wirklich nur durchgeführt werden darf, wenn man den Fund eindeutig (!) als Täubling identifiziert hat. Eine Geschmacksprobe mit einem Grünen Knollenblätterpilz (zum Beispiel auf Grund einer Verwechslung mit dem Grasgrünen Täubling, Russula aeruginea) kann zu schweren Leberschäden führen.

Deshalb ist uns folgender Hinweis extrem wichtig: Täublinge haben keinen Stielring, Täublinge haben nie eine Stielknolle und keine Volva an der Stielbasis. Beim geringsten Zweifel, ob es sich bei einem Fund um einen Täubling handelt oder nicht, ist sowohl von der Geschmacksprobe, als auch von einem Verzehr des Fundes definitiv abzuraten.