Fettigglänzender Häubling, Blätter-Scheinschüppling, Meottomyces dissimulans

DER FETTIGGLÄNZENDE HÄUBLING IST UNGIFTIG ABER NICHT GENIESSBAR | RELATIV SELTEN | RL-G

Bezeichnung

Fettigglänzender Häubling, Fettigglänzender Braunhäubling, Winterschüppling, Blätter-Scheinschüppling, Schmutzigbrauner Schüppling, Meottomyces dissimulans

Synonyme

Meottomyces dissimulans f. ochroflavidus, Meottomyces dissimulans f. olivaceus, Pholiota dissimulans, Pholiota ochroflavida, Pholiota olivacea, Pholiota oedipus, Pholiota oedipus var. ochroflavida, Pholiota oedipus var. chilensis, Pholiota oedipus var. olivacea, Hypholoma oedipus, Hemipholiota oedipus, Galerina oedipus, Flammula sordida, Psathyrella oedipus, Dryophila oedipus, Dryophila olivacea, Dryophila sordida, Dryophila ochroflavida, Phaeogalera oedipus, Phaeogalera dissimulans, Phaeogalera oedipus var. olivacea, Phaeogalera dissimulans f. olivacea, Phaeogalera dissimulans f. ochroflavida, Agaricus oedipus

Gattung

Meottomyces, Scheinschüpplinge, Schüpplinge

Diese Art finden

Der Fettigglänzende Häubling oder auch Blätter-Scheinschüppling ist ein Folgezersetzer und bei uns in den Landkreisen Mühldorf und Altötting in Oberbayern ein typischer Auwaldbewohner bzw. Pappelbegleiter. Vor allem zum Start in den Frühling ist die Art dabei auf dem Blattstreu von Pappeln weit verbreitet und häufig zu finden. 

Insgesamt finden kann man den Fettigglänzenden Häubling laut der Literatur aber nicht nur in Au- oder Pappelwäldern. Auch in Laub-. Nadel- und Mischwäldern soll man den Fettigglänzenden Häubling laut der Literatur finden können. Besonders häufig erscheint die Art dabei bei Pappel und Esche. Seltener aber wohl auch bei Eiche und anderem Laubholz und noch seltener sogar bei Kiefer und anderem Nadelholz.

Der Fettigglänzende Häubling wird zwar gerne als “Winterpilz” beschrieben und soll insgesamt vom Winteranfang bis in den Frühling erscheinen können. Wir haben die Art bisher aber ausschließlich im Frühling finden können und würden die Art daher eher als typischen Frühlingspilz beschreiben. Die meisten Funde der Art haben wir im März gemacht. Insgesamt finden kann man die Art bei uns in Oberbayern in der Regel von frühehstens Februar bis spätestens Mai.



Beschreibung

Der Hut des Fettigglänzenden Häublings erreicht in der Regel einen Hutdurchmesser von zwei bis fünf Zentimetern. Die Hutfarbe ist relativ variabel. Junge Fruchtkörper sind eher dunkelbräunlich bis schwarzbräunlich gefärbt. Ältere Fruchtkörper bleichen mit der Zeit aus und können eine sehr helle, graubraune Hutfarbe aufweisen. Oft ist die Hutmitte etwas intensiver und der Hutrand etwas heller gefärbt. Am Hutrand ist der Fettigglänzende Häubling oft gerieft. Bei jungen Exemplaren kann der Hutrand mit Velumresten behangen sein.

Die Hutoberfläche ist vor allem bei jungen Exemplaren glänzend und wirkt somit "fettig", was dieser Art unter anderem den treffenden Namen Fettigglänzender Häubling eingebracht hat. Die Art ist aber auch als Winterschüppling, Blätter-Scheinschüppling oder Schmutzigbrauner Schüppling in der Literatur zu finden.

Die Lamellen des Fettigglänzenden Häublings sind bei jungen Exemplaren eher weißlich gefärbt. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen und besitzen Zwischenlamellen. Bei älteren Fruchtkörpern sind die Lamellen ockerbräunlich gefärbt. Die einzelnen Schneiden sind wellig und fein beflockt. Das Sporenpulver ist tabakbräunlich gefärbt.

Der Stiel des Fettigglänzenden Häublings ist hellbräunlich gefärbt und besitzt feine, weißlich gefärbte Flöckchen. Bei jungen Fruchtkörpern befindet sich im oberen Stieldrittel oft ein sehr deutlich ausgeprägter, aber schnell vergänglicher Stielring. Im Alter ist dieser Stielring oft nur noch andeutungsweise zu erkennen. Oberhalb dieser Ringzone ist der Stiel glatt (keine Flöckchen).

Das Fleisch des Fettigglänzenden Häublings ist am Hut weißlich bis weißbräunlich und im Stiel etwas dunkler bräunlich gefärbt. Vor allem das Stielfleisch fällt sehr faserig aus. Der Geruch bei unserem Fund war intensiv pilzig. In verschiedenen Pilzbüchern wird der Geruch aber eher mit "neutral" oder "leicht pilzig" beschrieben. Die Geschmacksprobe fällt mild aus.

Speisewert und Verwendbarkeit

Der Fettigglänzend Häubling ist zwar ungifitig, aber kein Speisepilz. Die Art ist klein, dünnfleischig, weitestgehend unbekannt und dementsprechend nicht als Speisepilz bekannt.

Kernmerkmale

Der Fettigglänzende Häubling ist durch folgende Kernmerkmale zu bestimmen

  • Vergleichsweise ungewöhnliche Erscheinungszeit von November bis Mai mit einer Hauptsaison vor allem im März und April
  • Typischer Auwald- und Parkbewohner, gern auf dem Laubstreu von Pappeln erscheinend
  • Hutoberseite satt bräunlich gefärbt, Hutmitte dunkler, Hutrand heller, Hutand außerdem leicht gerieft und jung mit Velumresten behangen
  • Hutunterseite Lamellen, jung weißlich und im Alter durch das Sporenpulver bräunlich
  • Lamellenschneiden wellig und feinflockig-weißlich
  • Stiel hohl und je nach Alter mit deutlicher bis fast gänzlich vergangener, angedeuteter Ringzone im oberen Stieldrittel

Typischer Verwechslungspartner - Wintertrompetenschnitzling

Der typische Verwechslungspartner vom Fettigglänzenden Häubling ist der Winter-Trompetenschnitzling und bis auf die Farbe erinnert der Fettigglänzenden Häubling, zumindest auf den ersten Blick, sehr stark an diese Art. Beide Arten kommen bei uns in der Region auch gerne im gleichen Habitat vor. Durch die mehr (tabak)bräunlichen Farben ist der Fettigglänzende Häubling aber mit etwas Erfahrung dann doch relativ leicht vom orange- bis rotbraun gefärbten Winter-Trompetenschnitzling zu unterscheiden.