Großsporiger Riesenchampignon, Agaricus urinascens

DER GROSSSPORIGE RIESENCHAMPIGNON IST EIN GUTER UND ERGIEBIGER SPEISEPILZ


Bezeichnung

Großsporiger Champignon, Riesenchampignon, Großer Anisegerling, Großer Anischampignon, Großsporiger Riesenchampignon, Großer Egerling, Großsporiger Egerling, Agaricus urinascens

Synonyme

Agaricus macrosporus, Agaricus stramineosquamulosus, Agaricus schaefferianus, Agaricus albertii, Psalliota macrospora

Gattung

Agaricus, Champignons

Diese Art finden

Der Großsporige Champignon ist ein Folgezersetzer, der an Waldrändern, oder Straßengräben und gerne auf Wiesen und Weiden erscheint. Regional erscheint der Großsporige Champignon dabei teilweise häufig, ansonsten ist diese Art relativ selten im deutschsprachigen Raum zu finden und befindet sich zum Beispiel in Deutschland auch auf der "Roten Liste" (Gefährdung unbekannten Ausmaßes). Die Fruchtkörper des Großsporigen Champignons erscheinen vom Frühsommer bis in den Herbst hinein.

Beschreibung

Der Großsporige Champignon erreicht teilweise einen enormen Hutdurchmesser von bis zu über 40 Zentimetern. Junge Fruchtkörper sind erst weißlich gefärbt und verfärben sich im Alter leicht gelblich. Auf der Hutoberseite ist der Großsporige Champignon leicht schuppig.

Die Lamellen des Großsporigen Champignons sind farblich im Bereich der typischen Champignon-Farben relativ variabel. Junge Exemplare besitzen blassrosa farbige Lamellen, die mit der Zeit immer dunkler werden. Alte Fruchtkörper des Großsporigen Champignons besitzen schwarzbräunlich bis fast schwarze Lamellen. Das Sporenpulver ist purpurbraun gefärbt.

Auch der Stiel des Großsporigen Champignons ist relativ variabel. Sowohl ein relativ langer (bis zu 20 Zentimeter) und dünner (2-3 Zentimeter) bis hin zu kürzeren (5-10 Zentimeter), aber dafür dickeren (bis zu 5 Zentimeter im Durchmesser) Stielformen sind möglich. Unterhalb des Stielrings kann der Stiel schuppig ausfallen. Oberhalb des Stielrings kann der Stiel leicht rosafarben verfärbt sein.

Am Stiel befindet sich meist ein hängender Stielring dessen Rand oft gezackt ausfällt. Wir hatten bei unseren Funden des Großsporigen Champignons aber einige ältere Fruchtkörper, bei denen der Ring auf den ersten Blick nur noch zu erahnen war oder teilweise auch ganz zu fehlen schien.

Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist der typische, unangenehme an Urin erinnernde Geruch bei (sehr) alten Fruchtkörpern. Jung riechen die Fruchtkörper des Großsporigen Champignons angenehm pilzig mit einer leichten Anisnote und werden so bestimmt häufig mit ähnlichen, ebenfalls großen Champignonarten mit Anisgeruch (wie zum Beispiel dem Schafchampignon, Agaricus arvensis) verwechselt.

Speisewert

Jung wäre der Großsporige Champignon ein wunderbarer und vor allem sehr ergiebiger, festfleischiger Speisepilz. Leider gelten vor allem wild wachsende Champignons und dabei besonders die verschiedenen gilbenden Arten als Schwermetall- bzw. in diesem Fall Cadmiumsammler. Es werden hier in den Fruchtkörpern leider tatsächlich oft nicht nur erhöhte, sondern leider teilweise auch wirklich besorgniserregende Cadmiumwerte gemessen, weshalb man mittlerweile eher - vor allem vom relegelmäßigen - Sammeln solcher Arten für Speisezwecke abraten muss.

Aufgepasst werden muss außerdem definitiv auch auf zu alte Fruchtkörper des Großsporigen Champignons. Sobald die Lamellen sich schwarzbräunlich verfärbt haben und / oder die Fruchtkörper beginnen einen unangenehmen urinähnlichen Geruch abzusondern haben die Fruchtkörper des Großsporigen Champignons aus unserer Sicht dann generell nichts mehr auf dem Teller verloren.

Champignon-Regeln:

Allgemeines

  • Es gibt rund 80 Champignon-Arten in Europa, darunter einige giftige und ungenießbare Arten
  • Vor allem junge, geschlossene Exemplare können außerdem auch leicht mit (starkgiftigen) Knollenblätterpilzen verwechselt werden. Champignons besitzen an der Stielbasis NIE eine Knolle. Es gilt hier besonders der Grundsatz: Nur was zu 100% richtig bestimmt ist darf auf dem Teller landen. Ein Fehler kann hier zu schweren gesundheitlichen Schäden oder zu noch schlimmeren Konsequenzen führen.

Essbare Champignon-Arten

  • Bei roter Verfärbung ("röten" bei Anschnitt, Druck oder Verletzung Fruchtkörpers) und angenehmen Geruch ist die Champignon-Art essbar
  • Bei gelber Verfärbung ("gilben" bei Anschnitt, Druck oder Verletzung Fruchtkörpers) und angenehm pilzigem Anis-Geruch ist die Champignon-Art essbar
  • Bei keiner gelben Verfärbung der Stielbasis und angenehm pilzigem Geruch ist die Champignon-Art essbar

Giftige und ungenießbare Champignon-Arten

  • Bei gelber Verfärbung ("gilben" bei Anschnitt, Druck oder Verletzung des Fruchtkörpers) ohne deutlichem Anis-Geruch ist von einer ungenießbaren oder giftigen Art auszugehen
  • Bei unangenehmen Geruch (Jod, Tinte, Chemie, Fisch) ist von ungenießbaren, giftigen oder verdorbenen Art auszugehen