Nadelholzhallimasch, Armillaria ostoyae

DER NADELHOLZHALLIMASCH IST NACH VORBEHANDLUNG ESSBAR | ABGEKOCHT SEHR GUTER SPEISEPILZ

Bezeichnung

Gemeiner Hallimasch, Nadelholzhallimasch, Dunkler Hallimasch, Armillaria ostoyae

Verwechslung

Diese Art finden

Der Nadelholzhallimasch tritt vor allem Folgezersetzend in Erscheinung, kann seltener aber auch parasitär (auf krankem Lebendholz) erscheinen. Sehr gerne bewohnt der Nadelholzhallimasch immer wieder Stümpfe von totem Nadelholz. Seltener sind außerdem Funde auf unterirdischen Holzresten, also scheinbar „direkt auf dem Waldboden“, möglich.

Meist findet man den Nadelholzhallimasch in dichten büscheln mit zahlreichen Fruchtkörpern wachsend. Es kommt aber durchaus mal zu Einzelfunden der Art. Im Prinzip braucht der Nadelholzhallimasch nur ein paar Holzreste im Boden und erscheint dann je nach Substratmenge in riesigen Gruppen, oder auch mal einzeln.

Der Nadelholzhallimasch ist bei uns in Oberbayern eine der häufigsten Arten im Spätherbst. Oft steht „der halbe Wald“ voller Hallimasch. Man kann die Art zwar manchmal auch schon im Spätsommer finden, Hauptsaison hat der Nadelholzhallimasch aber im Oktober und November.

Speisewert:

Der Nadelholzhallimasch ist ein guter und durch sein häufig büscheliges Wachstum mit zahlreichen Fruchtkörpern auch sehr ergiebig. Da die Stiele sehr zäh sind, sollten nur die Hüte verwendet werden. Außerdem müssen Hallimasch vor der eigentlichen Zubereitung abgekocht werden. Wir kochen den Hallimasch dabei immer mindestens zehn bis fünfzehn Minuten ab und schütten das Kochwasser weg. Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass junge, geschlossene Fruchtkörper der verschiedenen Hallimasch-Arten deutlich besser vertragen werden als alte, aufgeschirmte Exemplare.



Beschreibung

Der Nadelholzhallimasch erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu zwölf Zentimetern. Die Hutoberseite ist hellbräunlich bis rotbräunlich gefärbt und mit leicht abwischbaren, bräunlich gefärbten Schüppchen besetzt. Alte, aufgeschirmte Exemplare besitzen einen teilweise gerieften Hutrand.

Auf der Hutunterseite befinden sich beim Nadelholzhallimasch weißlich bis weißbräunlich gefärbte Lamellen. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen und laufen dort auch etwas mit Zahn herab. Die einzelnen Schneiden sind wellig. Das Sporenpulver ist weißlich gefärbt.

Der Stiel des Nadelholzhallimasch erreicht einen Länge von bis zu zwanzig und einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Der Stiel besitzt einen weißlich gefärbten Stielring, der auf der Unterseite nie goldgelblich gefärbt ist (neben dem Habitat das beste Unterscheidungsmerkmal zum sonst sehr ähnlichen Laubholzhallimasch, Armillaria gallica). Der Stiel ist weißbräunlich gefärbt, wobei der Stiel zur Stielbasis hin meist etwas dunkler und zur Stielspitze meist etwas heller gefärbt ist. Unterhalb des Stielrings besitzt der Stiel des Nadelholzhallimasch weißbräunlich gefärbte Schüppchen, die sich leicht vom Stiel abwischen lassen.

Der Nadelholzhallimasch besitzt weißlich gefärbtes Fleisch. Besonders am Stiel ist das Fleisch außerdem sehr zäh, weshalb nur die Hüte für Speisezwecke verwendet werden sollten. Der Nadelholzhallimasch besitzt einen angenehmen, pilzigen Geruch. Die Geschmacksprobe fällt bitterlich-kratzig aus.

Unverträglich:

Die verschiedenen Hallimasch-Arten gelten generell als relativ unverträglich und führen bei empfindlichen Personen teilweise sogar zu allergischen Reaktionen. Es kommt dann nicht nur zu erheblichen Magen-Darm-Beschwerden, sondern auch zu grippeähnlichen Symptomen wie Schwäche, Müdigkeit und Fieber. Wer nach dem Verzehr von Hallimasch solche Symptome bei sich feststellt, der sollte Arten aus dieser Gattung generell meiden und nicht mehr zu verzehren.

Synonyme

Armillaria solidipes, Armillariella solidipes, Armillariella ostoyae, Armillaria obscura sensu auct., Armillaria polymyces sensu auct., Armillariella polymyces sensu auct. eur., Agaricus obscurus sensu auct.