Tannenstachelbart, Hericium flagellum

DER TANNENSTACHELBART IST ESSBAR | VITALPILZ | WILDE VORKOMMEN SELTEN & SCHONENSWERT

Bezeichnung

Tannenstachelbart, Stachelbart, Bartkoralle, Hericium flagellum

Diese Art finden

Der Tannenstachelbart kann sowohl Folgezersetzend (an Totholz), wie auch parasitär (an Lebendholz) in Erscheinung treten. Die Art kann dabei sowohl an verletzten, aber lebenden Tannen, an umgestürzten Stämmen & Stümpfen oder seltener auch auf dickeren Ästen von totem Nadelholz erscheinen. Die Art bevorzugt Tannen als Substrat, soll aber auch auf anderen Nadelhölzern erscheinen können.

Laut der Literatur soll der Tannenstachelbart bereits ab dem späten Sommer gefunden werden können. Bei uns, in den Landkreisen Mühldorf und Altötting in Oberbayern, gab es bisher keinen Fund der Art vor September. In den uns bekannten Habitaten der Art, an der nördlichen und östlichen Landkreisgrenze von Mühldorf, beginnen die Stachelbärte meist zum Monatswechsel September / Oktober zu wachsen und sind dann bis mindestens November zu finden. Erst nach den ersten harten Frösten sterben die Fruchtkörper ab.

Unseren Erstfund des Tannenstachelbarts machten wir vor vielen Jahren an einer noch lebenden Tanne, die bis heute steht und zuverlässig fast jedes Jahr einen wunderschönen Tannenstachelbart hervorbringt. Es gab seit 2017 mit 2021 nur ein Jahr, in dem der Tannenstachelbart an der (mittlerweile geschützten) Tanne nicht erschienen ist. Es kann also gut sein, dass die Art auch mal ein Jahr fehlt, im Folgejahr dann aber wieder erscheint.

Auf den deutschsprachigen Raum bezogen ist der Tannenstachelbart als selten bis sehr selten zu beschreiben. Die Art befindet sich deshalb mit dem Status "RL2 - stark gefährdet" auf der "Roten Liste" bedrohter Arten.

Speisewert

Der Tannenstachelbart wäre und ist (wie eigentlich fast alle Stachelbärte) ein hervorragender und extrem gesunder Speise-, Heil- und Vitalpilz. Gerade im deutschsprachigen Raum sollten wilde Vorkommen der verschiedenen Stachelbärte aber geschont werden und im Habitat verbleiben.

Auf den Genuss von Stachelbärten Verzichten muss man aber trotzdem nicht. Mit dem Igelstachelbart wird ein naher Verwandter des Tannenstachelbarts im großen Stil gezüchtet und vermarktet. Alleine schon weil die wilden Stachelbärte selten und die gezüchteten für relativ kleines Geld erworben können, sollten wilde Vorkommen aus der Artengruppe unbedingt und ausnahmslos geschont werden.

Neben frischen Igelstachelbärten und getrocknetem Pilzpulver in Kapselform als Nahrungsergänzung, können auch Impfdübel erworben werden. Mit diesen Impfdübeln können Igelstachelbärte auch selbst gezüchtet werden. Weitere Bezeichnungen für den Igelstachelbart wären Pom Pom, Affenkopfpilz oder Lions Mane.



Beschreibung

Der Tannenstachelbart kann wunderschöne und imposant große Fruchtkörper mit einem Durchmesser von weit über einem halben Meter hervorbringen. Gerade auf weniger ergiebigem Substrat, wie zum Beispiel dickeren Ästen, sind aber durchaus auch kleinere Fruchtkörper mit einem Durchmesser von unter zwanzig Zentimetern möglich.

Der Tannenstachelbart bildet einen Basistrunk aus, der sich dann in mehrere Äste verzweigt. An diesen Ästen befinden sich die namendesgebenden weißlichen bis cremeweißgelblich gefärbten Stacheln. Das Sporenpulver ist weiß gefärbt.

Die Fruchtkörper des Tannenstachelbarts können sowohl relativ nah am Boden, oder bei stehenden Tannen auch relativ weit oben erscheinen. Seltener erscheinen die Tannenstachelbärte auch auf vergrabenen, vermodernden Stämmen und es wirkt dann fast so, als würde die Art direkt aus dem Boden wachsen.

Das Fleisch des Tannenstachelbarts ist jung weißlich und im Alter cremeweißgelblich gefärbt. Das Fleisch besitzt einen angenehmen, pilzig würzigen Geruch und einen milden, pilzigen Geschmack.

Heil- & Vitalpilz

Der Tannenstachelbart ist ein vielfältiger Heil- & Vitalpilz, der vor allem in der Naturheilkunde verwendet wird, um die verschiedensten Leiden zu behandeln. Angewendet wird der Tannenstachelbart dabei unter anderem bei: Angstzuständen, Unruhe, Alzheimer, Nervenerkrankungen, Morbus Crohn und andere chronisch entzündliche Darmerkrankungen und bei allen Krebsarten des Verdauungstraktes (von der Speiseröhre bis zum Dickdarm). Der Tannenstachelbart soll außerdem das Immunsystem stärken und sogar Abnehmen helfen.

Synonyme

Hericium alpestre, Hericium caucasicum, Hericium alpestre f. caucasicum, Hericium abietis f. alpestre, Martella alpestris, Manina flagellum, Clavaria reisneri, Clavicorona reisneri