Zweifarbiger Schneckling, Olivbraungestiefelter Schneckling, Hygrophorus persoonii

DER ZWEIFARBIGE SCHNECKLING IST EIN GUTER & WOHLSCHMECKENDER SPEISEPILZ

Bezeichnung

Zweifarbiger Schneckling, Olivbraungestiefelter Schneckling, Hygrophorus persoonii

Synonyme

Hygrophorus dichrous var. fuscovinosus, Hygrophorus persoonii var. fuscovinosus, Agaricus limacinus

Diese Art finden

Der Olivbraungestiefelte Schneckling - kurz Zweifarbiger Schneckling - ist ein Symbiosepilz, der gerne in kalkreichen Laub- und Laubmischwäldern erscheint. Die bevorzugten Symbiosepartner dürften die Eiche und Buche sein.

Finden kann man den Zweifarbigen Schneckling vom Sommer bis in den Herbst hinein. Die Hauptsaison der Art dürfte vor allem im Oktober und teilweise auch September und November liegen.

Die Art scheint geselliges Wachstum zu bevorzugen. Bei unserem Erstfund gab es in einem kalkreichen Laubmischwald zwischen Eiche und Hasel gleiche mehrere Spots mit gruppenartigem Wachstum bei den Zweifarbigen Schnecklingen. Es waren sicher um die dreißig Fruchtkörper nur an diesem Standort.



Beschreibung

Der Zweifarbige Schneckling erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu zehn Zentimetern. Die Hutoberseite ist am Hutrand relativ hell, weißlich bis graubraunweißlich, und in der Hutmitte etwas dunkler, olivbräunlich bis auch mal etwas dunkler graubräunlich, gefärbt. Die Hutoberseite ist bei feuchter Witterung von einer dicken Schleimschicht bedeckt, aber auch bei trockener Witterung sehr schmierig.

Auf der Hutunterseite befinden sich beim Zweifarbigen Schneckling weißlich gefärbte Lamellen. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen und laufen dort auch etwas herab. Die Lamellen besitzen Zwischenlamellen und sind am Grund quer miteinander verbunden.

Der Stiel des Zweifarbigen Schnecklings ist eines der wichtigsten Merkmale der Art. Der Stiel erreicht eine Länge von bis zu zwölf und einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern. Der Stiel fällt schleimig aus und ist von der Basis aus bis fast zur Stielspitze wunderschön olivbräunlich genattert („gestiefelt“).

Der Zweifarbige Schneckling besitzt weißliches Fleisch, das sich im Alter auch mal etwas gelbgrünlich verfärben kann. Das Fleisch besitzt einen unbedeutenden Geruch und einen milden, angenehmen, pilzigen Geschmack.

Speisewert & Verwendbarkeit

Der Zweifarbige Schneckling wird als guter bis sehr guter Speisepilz beschrieben. Durch das gerne gruppenartige Wachstum fällt die Art, trotz der etwas zierlicheren Fruchtkörper, sehr ergiebig aus. Ein weiterer Vorteil der Art ist die Gattung:

Die Schnecklinge sind auf Gattungsebene leicht zu erkennen (Lamellenstand, gern schmieriger Stiel & Hut) und innerhalb der Schnecklinge gibt es keine gefährlichen Verwechslungspartner. Hinzu kommt die auffällige Natterung am Stiel, die so kein anderer Schneckling im Laubwald besitzt.

Natternstieliger Schneckling oder Zweifarbiger Schneckling?

Der einzige realistische Verwechslungspartner des Zweifarbigen Schnecklings dürfte der Natternstielige Schneckling sein. Dieser Schneckling lässt sich aber leicht vom Zweifarbigen Schneckling unterscheiden und wäre zudem essbar & ein guter Speisewert. Eine Unterscheidung, nur auf den Speisewert bezogen, wäre also nicht unbedingt erforderlich. Anbei die Unterschiede kurz und bündig zusammengefasst:

  • Der Zweifarbige Schneckling ist ein kalkliebender Laubwaldbewohner, der gerne bei Eiche und Buche erscheint. Die Art bildet deutlich stattlichere Fruchtkörper aus und wird großen Gruppen wachsend gefunden.
  • Der Natternstielige Schneckling ist ein typischer Nadelwaldbewohner, der gerne bei Fichte erscheint. Die Art bildet deutlich zierlichere, dünnfleischigere Fruchtkörper aus. Wir finden die Art eher vereinzelt, oder in sehr kleinen Gruppen mit zwei bis drei Fruchtkörpern.