Herbstlorchel, Krause Lorchel, Helvella crispa

HERBSTLORCHELN SIND FÜR UNS KEINE SPEISEPILZE | ENTHÄLT GYROMITRIN

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Bezeichnung:Herbstlorchel, Krause Lorchel, Helvella crispa
Synonyme: Helvella pallida, Helvella alba, Helvella nivea, Helvella monacella, Helvella nigricans, Helvella sulcata, Phallus crispus, Phallus costatus, Costapeda crispa
Gattung: Helvella, Lorcheln
Verwechslung:
  • Essbar: Hochgerippter Becherling, Helvella acetabulum
  • Giftig: Sattellorchel, Helvella ephippium
  • Giftig: Blassgraue Sattellorchel, Helvella latispora
  • Giftig: Milchweiße Lorchel, Helvella lactea
Herbstlorcheln finden

Herbstlorcheln findet man gerne an Wegrändern in Mischwäldern. Es handelt sich um einen Folgezersetzer der vom Sommer bis in den späten Herbst hinein erscheint.

Kein Speisepilz

Die Herbstlorchel ist für uns kein Speisepilz, wird in vielen Pilzbüchern aber oft als essbar bezeichnet. In anderen Pilzbüchern findet man sogar Hinweise auf Vergiftungserscheinungen. Es ist hier also nicht auszuschließen, dass einige Menschen die Herbstlorchel einfach generell nicht vertragen.

Hinzu kommt, dass die Herbstlorchel (wie viele andere Lorchel-Arten auch) das Gift Gyromitrin beinhaltet. Das Gift Gyromitrin kann zu Organschädigungen führen, was für uns ebenfalls dazu führt, dass wir die Herbstlorchel eher als "schwach giftig" ansehen.

Wichtig ist dabei noch zu erwähnen, dass das Gift Gyromitrin sich beim Erhitzen oder Trocknen der Fruchtkörper verflüchtigen soll. Ob das Gift dabei wirklich komplett verschwindet, oder noch größere Rückstände zurück bleiben ist schwer bis gar nicht sicher zu beurteilen.





Beschreibung:

Die Herbstlorchel erreicht einen Durchmesser von bis zu 10 Zentimetern. Sie ist hellbräunlich bis gräulich gefärbt. Das Kopfteil der Herbstlorchel ist von der Form her einem Pferdesattel sehr ähnlich. Das Kopfteil ist dabei mehrlappig und an den äußeren Seien nicht mit dem stiel verbunden.

Das Fleisch ist weißlich gefärbt und relativ brüchig. Die Konsistenz erinnert etwas an kaltes Wachs. Der Stiel ist weißlich und kammerartig hohl. Der Stiel wirkt von außen betrachtet gerippt und furchig.

Das Sporenpulver ist weißlich gefärbt und wird vor allem kurz nach kräftigen Windstößen abgesondert. Erntet man zum Beispiel eine bereits ausgereifte Herbstlorchel, dann kann man beobachten wie das Sporenpulver nach jeder ruckartigen Bewegung von der Hutoberseite abgesondert wird.

Der Geruch ist pilzig und angenehm. Der Geschmack soll ebenfalls pilzig und angenehm ausfallen. Wegen des Giftstoffs Gyromitrin ist die Herbstlorchel für uns aber kein Speisepilz.

Gyromitra-Syndrom

Wie schon im vorherigen Abschnitt beschrieben enthält die Herbstlorchel das Gift Gyromitrin. Das Gift kann zum Gyromitra-Syndrom führen. Das Gift greift die Nieren und die Leber an und kann zu lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlusten führen. Der Blutdruck sinkt, aber der Puls steigt. Nach nur wenigen Tagen kommt es zu Schäden an Nieren und Leber.

Die Latenzzeit beträgt 6-24 Stunden. Die tödliche Dosis bei einem Erwachsenen liegt bei 25-50 Milligramm Gyromitrin pro Körpergewicht. Bei Kindern kann eine tödliche Dosis schon bei unter 10 Milligramm beginnen.

In der Literatur wird hier von vielen Todesfällen berichtet. Vor allem nach mehreren Mahlzeiten mit einer Gyromitrin-Vergiftung wird es richtig gefährlich. Oft kann das Leben dann nur noch durch eine Nieren- und / oder Lebertransplantation gerettet werden.

Für uns ist die Herbstlorchel deshalb definitiv kein Speisepilz. Auch wenn das Gift bei der richtigen Zubereitungs-Art möglicherweise keinen Schaden anrichtet, so stufen wir das Risiko einer falschen Zubereitung, oder auch das Risiko, dass trotz richtiger Zubereitung Gyromitrin in den Fruchtkörpern verbleibt als relativ hoch ein. Deshalb lieber auf den Genuss der Herbstlorchel verzichten - für eine Pilzmahlzeit Leber- bzw. Nierenschäden, oder sogar den Tod zu riskieren ist es nicht wert!