Frühlingsrisspilz, Später Risspilz, Inocybe nitidiuscula

DER FRÜHLINGSRISSPILZ / SPÄTE RISSPILZ IST GIFTIG

Bezeichnung

Frühlingsrisspilz, Frühjahrsrisspilz, Früher Risspilz, Später Risspilz, Spätherbstrisspilz, Inocybe nitidiuscula

Synonyme

Inocybe nitidiuscula f. epixantha, Inocybe nitidiuscula f. ampullacea, Inocybe friesii, Inocybe friesii f. ampullacea, Inocybe friesii var. epixantha, Inocybe friesii var. brunneola, Inocybe friesii f. epixantha, Inocybe friesii f. laricina, Inocybe ovalispora f. brunneola, Agaricus nitidiusculus

Gattung

Inocybe, Risspilze

Verwechslung

Diese Art finden

Der Frühlingsrisspilz ist ein Symbiosepilz, der sandige Bodenverhältnisse bevorzugt. Die Art ist deshalb vorwiegend in Kiesgruben, auf Dünen oder generell eher sandigen Gebieten und dort dann in Mischwäldern zu finden. Als Symbiosepartner dürften vor allem Kiefer & Fichte in Frage kommen. 

Interessant sind im Zusammenhang mit der Erscheinungszeit der Art die verschiedenen Artbezeichnungen. Die Art wird nämlich sowohl als „Früher“ als auch „SpäterRisspilz bezeichnet. Die Art scheint also höchstwahrscheinlich eine zweigeteilte Hauptsaison im Frühling und Spätherbst zu besitzen.

Unser Erstfund des Frühlingsrisspilzes stammt aus einer stillgelegten Kiesgrube von der Landesgrenze Deutschland (Burghausen) / Österreich (Braunau) aus dem April. Es handelte sich dabei um einen moosigen Rand eines Trampelpfades relativ am Ende einer alten, stillgelegten Kiesgrube. In der Kiesgrube befinden sich überwiegend junge Kiefern & Birken, aber auch die ein oder andere Lärche, Fichte & seltener auch anders Laubholz sind dort vertreten.



Beschreibung

Der Frühlingsrisspilz erreicht einen Hutdurchmesser von maximal vier Zentimetern. Die Hutoberseite ist graubräunlich bis lehmbräunlich gefärbt. Die Hutfarbe variiert dabei nicht unbedingt nach Standort, sondern eher nach Feuchtigkeitsgehalt der Fruchtkörper (hygrophan). Die Hutoberseite fällt nicht nur faserig-rau, sondern auch typisch rissig aus. Der Habitus fällt keglig und die Hutmitte gebuckelt aus.

Auf der Hutunterseite befinden sich beim Frühlingsrisspilz jung gelbbräunlich gefärbte Lamellen, die durch die hellgrauweißlichen Lamellenschneiden aber nochmal deutlich heller wirken. Die Lamellen verfärben sich mit zunehmendem Alter durch das tabakbräunliche Sporenpulver erst schmutzig graubraunweißlich und später zimtbräunlich. Die Lamellen sind aufsteigend am Stiel angewachsen.

Der Stiel der Frühlingsrisspilze erreicht eine maximale Länge von bis zu sechs Zentimetern und einen Durchmesse von bis zu vier Millimetern. Der Stiel ist jung insgesamt hellcremebräunlich gefärbt, wobei die Stielbasis oft deutlich heller (weißbräunlich bis überwiegend weißlich) ausfallen kann. Mit zunehmendem Alter mischen sich immer intensivere rotstichige bis rotbräunliche Farben in die Stielfarbe. 

Der Frühlingsrisspilz besitzt unterschiedliche Fleischfarben. Im Hutbereich und der Stielbasis ist das Fleisch oft eher weißlich gefärbt. Dazwischen eher hellrosabräunlich. Die Art besitzt einen schwach spermatischen Geruch und soll eine milde Geschmacksprobe besitzen. Geschmacksproben bei “kleinen bräunlich gefärbten Lamellenpilzen” ("Little Brown Mushrooms") bzw. bei Verdacht auf Risspilzen im Besondern sollten grundsätzlich nicht durchgeführt werden, sofern man nicht ganz genau weiß, um weche Art es sich exakt und ohne Restzweifel handelt.

Stark giftig

Der Frühlingsrisspilz wird in der Regel als potentiell tödlich, oder zumindest als stark giftig beschrieben. Risspilze sind grundsätzlich immer als potentiell giftig anzusehen und haben im Speisepilzkorb nichts verloren. Es gibt in der Gattung viele stark bis tödlich giftige Arten, die sich meist auch nur mikroskopisch sicher voneinander trennen lassen.

Auch wenn generell schon der Grundsatz gelten sollte, dass zu Bestimmungszwecken geerntete, nicht sicher bestimmte Fruchtkörper nicht gemeinsam mit gesammelten Speisepilzen transportiert werden: Wer Risspilze zu Bestimmungszwecken erntet & transportiert sollte gerade auch bei dieser Gattung nochmal besonders ohne ohne Ausnahmen (!) auf eine saubere, räumliche Trennung achten, wenn gleichzeitig Speisepilze gesammelt werden.