Europäisches Goldblatt, Phylloporus pelletieri

DAS GOLDBLATT GILT ALS ESSBAR | SELTEN ABER MIT ZUNEHMENDEM VORKOMMEN

Bezeichnung

Goldblatt, Europäisches Goldblatt, Phylloporus pelletieri

Gattung

Phylloporus, Blätterröhrlinge

Diese Art finden

Das Europäische Goldblatt kurz Goldblatt ist ein vergleichsweise seltener Symbiosepilz, den man in verschiedenen Waldarten finden kann. Es gibt aber verschiedene Berichte darüber, dass das Vorkommen der Art über die letzten Jahre zugenommen hat. Auch auf pilze-deutschland.de wurden viele Funde der Art gemeldet. Besonders im Südwesten scheint die Art dabei besonders häufig gefunden zu werden.

Wir konnten das Goldblatt in all den Jahren bisher nur zweimal in einem Kalkbuchenwald im Landkreis Mühldorf in Oberbayern finden. Beide Funde wurden im Hochsommer gemacht. Insgesamt wird das Goldblatt als Laub- und Laubmischwaldbewohner beschrieben, der vom Frühsommer bis in den späten Herbst hinein gefunden werden kann.

Speisewert & Verwendbarkeit

Das Goldblatt wird durchgängig als essbar, nicht selten sogar als geschmacklich guter bis sehr guter Speisepilz beschrieben. Allerdings ist die Art wie beschrieben vergleichsweise selten und damit eigentlich deutschlandweit zu schonen. Sollte die Verbreitung der Art in den kommenden Jahren erheblich zunehmen, oder man auf ein Massenvorkommen der Art stoßen, dann spricht aus unserer Sicht aber nichts dagegen 1-2 Fruchtkörper für einen Geschmackstest zu sammeln. Besonders alleinstehende Einzelfunde der Art sollten unbedingt im Habitat verbleiben.



Beschreibung

Das Goldblatt erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu acht Zentimetern. Die Hutoberseite kann dunkelgraubräunlich, rotbräunlich oder auch mal purpurbräunlich gefärbt ausfallen. Die Hutoberseite wirkt selbst bei feuchter Witterung vergleichsweise samtig und trocken. Insgesamt erinnerte uns die Hutoberseite eher an eine Art aus der Gattung der Filzröhrlinge.

Auf der Hutunterseite befinden sich beim Goldblatt goldgelblich bis leuchtend gelblich gefärbte Lamellen. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen und laufen dort meist deutlich herab. Die Lamellen gabeln sich und sind am Grund quer miteinander verbunden. Diese Struktur kann tatsächlich etwas röhrenartig wirken. Die Lamellen lassen sich leicht vom Hutfleisch lösen. Das Sporenpulver ist gelbolivbräunlich gefärbt.

Der Stiel des Goldblatts erreicht eine Länge von bis zu sechs und einen Durchmesser von maximal einem Zentimeter. Der Stiel besitzt meist einen Farbverlauf von intensiv rotbräunlich an der Stielspitze zu fast schon komplett weißlich an der Stielbasis. Zur Stielbasis hin fällt der Stiel außerdem deutlich verjüngt aus. Der Stiel fällt außerdem fast nie gerade, sondern immer etwas gekrümmt aus.

Das Goldblatt besitzt weißgelbliches bis gelbliches Fleisch, das häufig eine gewisse Rotstichigkeit besitzt. Das Fleisch verfärbt sich bei Verletzung nicht und besitzt einen angenehmen, pilzigen Geruch. Die Geschmacksprobe fällt mild aus.

Röhrling, Lamellenpilz oder beides (Blätterröhrling)?

Das Goldblatt hat eine sehr außergewöhnliche Lamellenstruktur, die dazu führt, dass das Goldblatt immer wieder für einen Röhrling gehalten wird. So befand sich das Goldblatt zwischenzeitlich auch in den verschiedensten Gattungen (Boletus, Xerocomus, usw.), die eigentlich Röhrlingen vorbehalten sind. Mittlerweile wurde mit der Gattung Phylloporus die Gattung der Blätterröhrlinge eingeführt, was perfekt zum Goldblatt passt.

Warum EUROPÄISCHES Goldblatt?

Das Goldblatt ist die einzige in Europa vorkommende Art aus der Gattung der Blätterröhrlinge (Phylloporus) und wird deswegen gerne auch als Europäisches Goldblatt umschrieben.

Pfifferlinge

Bei Bestimmungsfragen mit dem Goldblatt wurde (vermutlich auf Grund der leuchtend gelblichen Lamellen auf der Hutunterseite) nicht nur einmal vermutet, dass es sich um eine Pfifferlingsart handeln könnte. Anbei hier deshalb die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Europäisches Goldblatt
- Lamellen, die sich leicht vom Hutfleisch lösen lassen
- Hutfarbe immer irgendwie bräunlich
- Nicht komplett weißfleischig. Immer irgendwie rotstichig.

Pfifferlinge (egal ob Echter Pfifferling, Blasser Pfifferling, Violettschuppiger Pfifferling oder Samtiger Pfifferling)
- Keine Lamellen, sondern Leisten (die sich nicht vom Hutfleisch lösen lassen)
- Hutfarbe nie bräunlich (je nach Art gelblich, weißgelblich, violettgelblich oder orange)
- In der Regel weißfleischig (vor allem nicht rotstichtig)

Synonyme

Phylloporus paradoxus, Phylloporus rhodoxanthus subsp. europaeus, Xerocomus pelletieri, Clitocybe pelletieri, Paxillus pelletieri, Paxillus paradoxus, Flammula paradoxa, Naucoria paradoxa, Agaricus pelletieri, Agaricus paradoxus